Türchen #4

Türchen #4: Schreib über Mut! Was verbindest Du damit, oder wen?

Lebensrettung am 1.Weihnachtstag –

Eine Geschichte von Marion Guse (Meerane).

Weihnachten wurde bei uns zu Hause „zelebriert“.
Sowohl das Backen des Stollens,
das Schmücken des Tannenbaums,
als auch das Weihnachtsessen – was nicht wie sonst üblich in der Küche, sondern im Wohnzimmer eingenommen wurde. 
Mit den guten Goldrandtellern,
dem schweren Silberbesteck,
mit Stoffservietten und Wein, zum traditionellen Gänsebraten – am 1. Feiertag.
Für mich als Kind gab es damals natürlich „Selterswasser“.

Nach dem Essen trug man das Geschirr in die Küche zum abwaschen, was dann meine Aufgabe war.
 Meine Mutter half dabei mit, und mein Vater legte sich im Wohnzimmer aufs Sofa zum Mittagsschlaf.

Plötzlich roch es sehr verdächtig.
Nein, nicht nach Räucherkerzchen, sondern eher etwas brenzlig.
„Riechst du das auch“, fragte ich meine Mutter?
„Ja, seltsam, was das wohl ist ? Der Kachelofen kann es nicht sein“, antwortete sie.

Was war es dann?

Ich ging ins Wohnzimmer um nachzuschauen.
Beim Öffnen der Tür kamen mir schon graue Rauchschwaden entgegen, und ich sah etwas auf dem großen runden Holztisch glimmen.
Es war der Adventskranz — seit neuestem aus Plastik !
Wir, bzw. mein Vater hatte vergessen die Kerzen aus zu blasen, bevor er sich hin legte.
 Da er keinen Geruchssinn hatte, bemerkte er also auch nicht, wie die Kerzen heruntergebrannt waren und die Plastikdeko des Kranzes entzündete, die nun mit einem fürchterlichen Gestank vor sich hin schwelte.
 Er lag da und schlief.

„Vati, es brennt“ rief ich! Nahm beherzt die noch halb volle Seltersflasche, die neben dem Sofa stand und goß sie über den Tisch, mit den schmorenden Resten des Adventskranzes. Dann riß ich die Fenster auf und dicke Schwaden zogen nach draußen, Richtung Straße und Nachbarschaft.

Der eingebrannte runde Abdruck des 1. Weihnachtsfeiertages blieb in der Mitte des Tisches sichtbar, bis dieser, nach dem Tod meiner Eltern, endlich „entsorgt“ wurde und auf dem Osterfeuer landete.

Da wurde mir, viele Jahre später, dann erst einmal so richtig bewußt, wie sehr doch Weihnachten und Ostern zusammen hängen.

Ostern –
O Stern — Stern der Weihnacht.

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