Türchen #16

Türchen #16: Erzähl mir über Gemütlichkeit. Welche Person oder welchen Ort verbindest Du damit? Erweck sie mit allen Sinnen zum Leben.

Gemütlich wird es dann, wenn die Füße warm werden. Im Bett, eingekuschelt mit einer Wärmflasche, oder bei einem Fußbad, verordnet von meiner Mutter mit Senfmehl, das die Füße rot färbt und den ganzen Körper durchwärmt – am liebsten in der warmen Küche, neben dem knisternden Feuer im Kachelofen und dazu ein heißer Tee mit Kandiszucker, gebrüht von meinem Vater, in einer getöpferten Tasse, die sich wohlig warm in die Hände schmiegt.

Mir scheint, diese meine hier beschriebene Gemütlichkeit ist eine unter gar vielen. Sie passt besonders gut zur winterlichen Zeit des Jahres. Im Sommer sorgt beispielsweise ganz im Gegenteil die kühle Brise auf der Haut für Gemütlichkeit und nimmt den Druck der Hitze.

Und so nebenher frage ich mich nun: Ist Gemütlichkeit eigentlich nur da, wenn wir sie ganz bewusst wahrnehmen, oder entsteht sie auch ganz nebenbei? Ich denke, sie braucht eine Pause und muss in Kopf und Körper gleichzeitig passieren. Wo sie beginnt, ist schwer zu sagen. Aber zu wissen, was sie jeweils ganz individuell entstehen lässt, wie wir es uns gemütlich machen können, ist von großer Bedeutung. Sie hilft uns dabei, zur Ruhe zu kommen, Ressourcen wieder aufzufüllen und unsere Resilienz zu stärken. Gemütlichkeit bedingt es, innezuhalten, aus der Hektik, dem Druck und Stress für einen Moment auszusteigen und zu verweilen.

Küchenmenschen, so wie ich es bin, empfinden Gemütlichkeit wohl vielleicht am ehesten eben genau dort: In der Küche, dem Herz des Hauses. Hier pulsiert das Leben, die Menschen versammeln sich zu den Mahlzeiten, beginnen den Tag und lassen ihn oftmals auch genau hier, in der Küche zu Ende gehen, mit einer Tasse Tee, den letzten Arbeiten im Haushalt oder mit einem letzten Glas Wasser. Bis das Licht ausgemacht wird. Für mich ist dieser Ort trotz seiner Geschäftigkeit der Inbegriff von Gemütlichkeit – dann, wenn Ruhe einkehrt, wenn ich allein bin, hier verweilen kann und zum Beispiel meine Backschüssel hervorholen kann und mich in Flow begeben darf. Ohne darüber nachzudenken, was vorher war und was nachher kommt. Genau dort, am richtigen Ort.

Frauke (Leipzig)

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